skepsiswerke

Bücher / Kira

Es war einmal Aleppo – Jennifer Benkau

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan. Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier? Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.
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Buch: Es war einmal Aleppo
Autorin: Jennifer Benkau
Verlag: Selbstverlag / InkRebels
499 Seiten
Verfügbar als Ebook oder Taschenbuch
Ebook: 3, 99€
Taschenbuch: 14,90€
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In dem Brief, den ich Jennifer Benkau geschrieben habe, am Tag, nachdem ich ‚Es war einmal Aleppo’ zum ersten Mal ausgelesen habe, warne ich sie im ersten Satz vor und eine solche Warnung sollt auch ihr bekommen:
Das wird jetzt ein bisschen ein Liebesbrief – und ein bisschen tut mir das leid, aber was muss, das muss. Und das hier, das muss.“
Es war einmal Aleppo’ ist mein Lieblingsbuch. Neuerdings. Damit hat es ‚I am the messenger’ von Markus Zusak abgelöst, das sieben Jahre unangefochtenes Highlight meines Leselebens war, und im Folgenden werde ich versuchen, euch zu erklären, wieso.
Das Thema ist überfällig!
Es sei erwähnt, dass dieses Buch kein #ownvoices Buch ist. Jennifer Benkau musste nie fliehen, hat nie in einer Erstaufnahmeeinrichtung gelebt und wurde von keiner Bevölkerung mit angeblich friedlichen Demonstrationen terrorisiert. Aber sie hat in solchen Einrichtungen gearbeitet, hat mit etlichen Geflüchteten gesprochen und eben auch mit Gegnern der Bewegung. Sie hat sich außerdem umfassende Gedanken darum gemacht, was sie darstellen kann und was nicht. An Respekt vor der Thematik oder den Menschen hinter der Thematik mangelt es (meines Erachtens) nicht.
Darüber hinaus gilt: wie oft haben wir die Politik oder unsere Eltern schon sagen hören, die Flüchtlingskrise sei eine, die unsere Generation lösen muss, da alle vorherigen Generationen sie eher noch befeuert haben? Der erste Schritt, um diese Verantwortung anzunehmen, ist ein intensives Auseinandersetzen mit dem Thema. Und es zeugt von Kurzsichtigkeit, zu glauben, wir könnten uns vor dieser Verantwortung drücken. Es passiert unvorstellbar Schreckliches auf dieser Welt und Menschen, die es mit eigenen Augen sehen mussten, setzen ihr Leben aufs Spiel, um dem zu entkommen. Wir sind in der Pflicht, ihnen das nicht schwerer, sondern einfacher zu machen.
Dieses Buch kann einen Einstieg in diese Thematik sein, denn es präsentiert ein Erleben, das unserem so grundsätzlich entgegen steht, indem es ihm ein Gesicht gibt (und was für eins!), indem es ihm eine Stimme gibt und Raum, diese zu benutzen. Es ist bemerkenswert, wie viel dieses Buch uns zu sagen hat, wenn wir bereit sind, hinzuhören.
Es ist ein Jugendbuch!
Ich hatte das Glück, auf der Leipziger Buchmesse eine Stunde lang mit Jennifer Benkau zu sprechen. Wir haben eine Cola getrunken und gequatscht, ganz ungezwungen und doch so bereichernd. So hat sie auch meine Begeisterung darüber, dass es sich bei ‚Es war einmal Aleppo’ um ein Jugendbuch handelt, noch um einen Blickwinkel erweitert, der mir bisher nicht eingefallen war.
Nicht nur, dass es großartig ist, dass wir mit Toni eine sechzehnjährige Protagonistin haben, weil diese als Reflektorfigur eine Perspektive aufmacht, die mir als Leserin sehr vertraut ist und mit der ich mich deshalb schnell identifizieren kann. Eine Identifikation, die nicht uninteressant ist, da ‚Es war einmal Aleppo’ die Geschichte davon erzählt, wie Toni sich aus der Unwissenheit emanzipiert und am Ende nicht nur Wege gefunden hat, zu helfen, sondern diese auch geht. Diese Wege mitzugehen, gibt dem Leser sowohl das Gefühl, dass es möglich ist, als auch einen Punkt, an dem man anfangen kann.
Aber auch Shirvans Positionierung als junger Geflüchteter hat das Jugendbuch prädestiniert. Denn ein Teil dessen, was das Buch großartig macht, ist es, die politische Situation in Syrien nicht in ihrer Komplexität zu beschränken, um einfache Lösungen anbieten zu können. Shirvan als junger Syrier wäre, wäre er in Syrien geblieben, bald entweder von der Syrischen Armee, der Freien Syrischen Armee, den Kurden oder sonst einer längst in die Ambivalenz abgerutschten Kriegspartei eingezogen worden. Und da jemandem in Deutschland die objektive Einsicht in diese Parteien nicht möglich sind, hat Jennifer Benkau das nicht zugelassen.
Auch eröffnet sie sich so die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die „den Deutschen“ so schnell über die Lippen kommen: Warum lassen die ihre Familien, ihre Frauen zurück? Auch lenkt sie den Fokus weg von der Vorstellung „Die junge Männer, die hierher kommen, sind gefährlich!“ und öffnet ihn stattdessen dafür, welche Verantwortungen diesen Jungs auflasten. Dass sie nicht anders sind als wir auch, aber Unerträgliches überlebt haben und damit auf eine Weise umgehen, die ich den wenigsten meiner Altersgenossen in Deutschland zutrauen würde. Gleichzeitig wird nicht beschönigt, dass in diesem Bewältigungsprozess, da wo er erschwert wird oder gar fehlschlägt, Potential für Gewalttätigkeit entsteht, das aber nichts mit der Nationalität des Geflüchteten, sondern mit der universellen menschlichen Psyche zu tun hat.
Es ist ein Entwicklungsroman!
Es ist bereits angeklungen, wie essentiell Tonis Entwicklung für ‚Es war einmal Aleppo’ ist. Aber sie ist längst nicht die einzige, die sich entwickelt. Auch ihre Eltern – besorgte Bürger, wie sie im Buche stehen – kommen um Entwicklung nicht drumherum. Dennoch wird nicht schöngeredet: die Entwicklungen scheinen nicht romantisiert und kommen auch nicht aus dem Nichts. Außerdem inszeniert Jennifer Benkau als Gegenentwurf zu all der hoffnungsvoll stimmenden Entwicklung auch das frustrierende, aber leider realistische Stagnieren der Meinungen verschiedener Bevölkerungsschichten, die Gleichgültigkeit und das Verschließen gegenüber der neuen Nachbarn.
Wichtig erscheint mir auch zu erwähnen, dass wir es nicht mit einem Buch zu tun haben, indem die zwischenmenschliche Beziehung von Toni und Shirvan darauf reduziert wird, dass er ihr beibringt, der bessere Mensch zu sein. Für mich war diese kommunikative Ebene schon ein absolutes Highlight, weil man tatsächlich miterleben kann, wie sie sich verlieben, wie da Nähe entsteht, wo jemand Dinge zu sagen hat und ein anderer sich Zeit nimmt, sie zu hören. Vielleicht kennt ihr auch den Spruch, dass wir vor allem zuhören, um zu antworten und nicht, um zu verstehen. Genau das scheint bei Shirvan und Toni nicht zu passieren. Und auf dieser Verstehensebene kann auch Shirvan sich entwickeln, vertrauen lernen, sich öffnen – kurzum: von Toni (auf unproblematische Weise!) profitieren. Dabei wird allerdings nie ein Hehl darum gemacht, dass Shirvan auch Traumata hat, an denen Toni nicht rühren kann, die sie nicht zu heilen hoffen kann, denen sie keine bagatellisierenden Floskeln entgegensetzen kann, egal, wie gut die gemeint wären.
Die Familie wird nicht totgeschwiegen!
Es ist selten genug, dass in Jugendbüchern die Familie der Protagonisten thematisiert werden. Jennifer Benkau hat dazu den klugen Satz gesagt, dass Eltern die Protagonisten vor der Gefahr bewahren würden, in die sie sich meistens stürzen, weil in der Gefahr die Story verborgen liegt. Kann ich verstehen. Trotzdem: dass ‚Es war einmal Aleppo’ nicht alternativ das Liebesdreieck aufmacht, weil Tonis derzeitiger Freund sich als Flüchtlingsgegner entpuppt und sie sich aus dieser Beziehung emanzipiert, um dann in Shirvan die wahre Liebe zu finden, sondern sich diese Emanzipierungsprozesse innerhalb der Familie abspielen, macht für mich einen Teil seines Zaubers aus.
Gerade in dieser Phase, in der man zum ersten Mal bemerkt, dass man auf das Ende seiner Schulzeit zugeht, in der man anfängt, sich als Produkt seiner eigenen Gedanken zu verstehen und nicht als Produkt seiner (elterlichen) Umwelt, ist die Familie so wichtig. Weil es potentiell der erste, essentielle Ablöseprozess ist und so oder so eine enorme Hochburg des Personwerdens, sich gegen seine Eltern durchzusetzen, sie als fehlbar zu erleben und zu verstehen, dass die Unantastbarkeit, die man ihnen zugesprochen hat, eine Illusion ist. Diese Dynamik kombiniert mit der Idee, wie erschreckend es ist, wenn plötzlich die Menschen in deinem nächsten Umfeld anfangen, rassistische Scheiße von sich zu geben, bereichert ‚Es war einmal Aleppo’ auf eine Weise, auf die ein Liebesdreieck das niemals gekonnt hätte.
Wir befinden uns im 21. Jahrhundert!
Eigentlich sollte man meinen, dass es keinen so großen Unterschied macht, ob das Internet in einer Geschichte thematisiert wird oder nicht, aber ‚Es war einmal Aleppo’ wird dadurch so viel besser, dass es nicht unerwähnt bleiben kann.
Sei es die Facebook-Gruppe, in der die Stadt sich gegen die Erstaufnahmeeinrichtung organisiert, sei es die Googlesuche, die Toni anstellt, weil sie bemerkt, wie viel sie (noch) nicht weiß und dass das ein Scheißgefühl ist. Sei das der Blog, den Toni und Fee, ihre beste Freundin, führen und der ihnen ein Fleckchen Internet zuspricht, das so gestaltet werden kann, wie sie es für richtig halten, das ihnen also eine Macht zuspricht, die vor einer Hilflosigkeit schützt, die einen (jungen) Menschen durchaus befallen kann, wenn er sich plötzlich einer zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit gegenüber sieht, für die es keine einfache Lösung gibt.
Meine Vermutung, dass sich darin für den geneigten Leser eine Anleitung verbirgt, wie er selbstan Informationen gelangen kann, trifft laut Jennifer Benkau zu. Aber es war für sie auch eine Möglichkeit, Bilder und Videos in die Geschichte zu integrieren, über die sie in ihrem Rechercheprozess stolperte und die sie nicht weglassen konnte. Ohne jemandem das Bild aufzuzwingen, weiß der Leser jetzt, wo er Videos über Fassbomben-Abwürfe in Homs oder das Bild des dreijährigen Alan Kurdi finden kann, der die Flucht über das Mittelmeer nicht überlebte. Dieses Bezugnehmen auf die Realität minimiert die Distanz, die zwischen Leser und Figur aufkommen könnte. Es schafft ein Buch, das betroffen macht.
Es gibt zwei Seiten der Medaille!
Ohne behaupten zu wollen, es sei möglich, ‚Es war einmal Aleppo’ auch als Bestätigung dafür zu lesen, dass Fremdenfeindlichkeit gerechtfertigt ist, gelingt es Jennifer Benkau, beide Seiten – das uneingeschränkte Für und das unbelehrbare Dagegen – nebeneinander stehen zu lassen und ihnen zumindest kommunikativ einen Raum zu geben, indem sie sich begegnen können, um im Kontakt Vorurteile abzubauen. Die Sorgen von Tonis Eltern sind nicht aus der Luft gegriffen, aber wenn sie ganz konkret von einem Betroffenen hinterfragt werden, offenbaren sich die Logiklücken, offenbart sich der Moment, in dem man sonst immer weggeguckt hat, weil er an unsere Menschlichkeit appellieren würde und für uns dann nicht länger ignorierbar wäre.
Das nächste Bild zeigt ihn ein wenig jünger im Kreise von sechs anderen Jugendlichen. Vier Mächen und zwei Jungs, einer davon der Cousin Nour. Eins der Mädchen trägt ein lose gebundenes buntes Tuch in den Haaren, eins ein weißes Kopftuch, zwei andere sind gekleidet, wie Fee und ich uns auch anziehen würden. Na gut, der Ausschnitt von einem der Mädchen wäre mir ja etwas zu tief. Erstaunlicherweise trägt sie ein Kreuz an einer Kette um den Hals. Die Jungs sehen aus, wie Jungs nun mal aussehen, wenn sie ausgehen. Vielleicht ein wenig möchtegern-cool – aber nett. Die Gruppe sitzt mit Teegläsern um den Tisch eines Straßencafés, im Hintergrund erkennt man einen gepflasterten Platz und einen stuckverzierten Springbrunnen. Und eine Bar, über deren Holztür ein grünes Heineken-Bier-Schild hängt. Das könnte überall auf der Welt sein. Ich hatte mir syrische Städte ganz anders vorgestellt.
»Das ist Aleppo?«, frage ich.
»Nein.« Er steckt das Handy wieder ein und senkt den Blick. »Das war einmal Aleppo.«
[Jennifer Benkau – Es war einmal Aleppo, S. 108-109]
Damit dies gelingen kann, gibt Jennifer Benkau – von Informationen von Geflüchteten unterfüttert, mit denen sie selbst gesprochen hat – sehr schöne Einblicke in die arabische Kultur. Sei das über das Kulinarische, über das Verhalten, über die Religion, über Familienhierarchien, über Zukunftsträume, über, über, über. Ich habe so viel gelernt, von dem ich nichts wusste, habe ganz viele Vorurteile widerlegt bekommen und hab mich mit Toni heimlich meiner Unwissenheit geschämt. Nachdem ich das Buch ausgelesen habe, hab ich mich für einen Arabischkurs eingetragen und seitdem nehme ich auch regelmäßig an den Stammtischen unserer studentischen Flüchtlingsinitiative teil. Dieses Buch macht eine unbeschreibbare Lust auf diese fremde, aber vielleicht auch gar nicht so fremde Kultur.
Es ist ein gutes Buch!
Dass es ein wichtiges Buch ist, sollte an dieser Stelle niemanden mehr überraschen. Aber es ist auch sprachlich und strukturell eine wahre Freude gewesen.
Das fängt an mit einem programmatischen ersten Satz: „Wir sind uns einig, dass wir all das nicht sehen wollen, und starren gegen Sichtschutzplanen, die uns dreist jeden Blick verwehren.“ Die ganze Problematik der Flüchtlingsgegner in einem Satz ad absurdum geführt: Man weiß, dass man das nicht sehen will, aber was das ist, weiß man nicht? Klasse, denn dann kann Aufklärung etwas bewirken.
Aber auch das ganze Buch hindurch ist der Stil fantastisch. Uns werden Floskeln erspart, die Beobachtungen treffen den Nagel auf den Kopf und es gibt Sätze, bei denen einem einfach anders wird, so bitter ist die Wahrheit, die sie mit sich bringen. Ich werde nie vergessen, wie Toni auf die Erkenntnis reagiert, dass ihr Personalausweis genauso aussieht wie Shirvans und dass ihr damit alle Türen geöffnet werden, während seiner ihm Tür um Tür um Tür versperrt.
Auch die Struktur lässt sich genießen: die Charakterisierungen sind konstant und schlüssig, die Figuren machen verständliche Fehler und – was viel wichtiger ist – entschuldigen sich dafür, lernen aus ihnen. Man bekommt direkt auf der Seite vor Augen geführt, wie die Entwicklungsstufen aussehen und auch wie man von der einen zur nächsten zu dritten kommt, sodass die Handlung stetig voranschreitet und nie langweilt. Und die Liebesgeschichte, oh mein Gott, die Liebesgeschichte. Sie sei hier nur sehr randständig erwähnt, weil es bei ‚Es war einmal Aleppo’, so wie ich es gelesen habe, wirklich nicht um die Liebesgeschichte geht, aber sie ist so gut. Man gönnt es den beiden so sehr. Sie sind so gut für einander. Sie sind überhaupt so absolut großartig. Die Shipping-Gefühle sind real und allumfassend. Ich hab euch gewarnt.
Zu guter Letzt seien aber auch die Texte erwähnt, die Jennifer Benkau vor die einzelnen Kapitel stellt. Deutsche Nachrichten, abgedruckte SMS, Auszüge aus dem Koran und vieles mehr, so zu- und angeordnet, dass die Geschichte, die innerhalb der Kapitel erzählt wird, ganz natürlich von diese Einschüben bereichert, fokussiert und geprägt wird.
Und, wenn nach 200 Seiten das Syrische Lied der Revolution von Talibe Hout abgedruckt ist, dann ist es mir sowohl beim ersten Mal, als auch beim zweiten Mal unmöglich gewesen, nicht zu weinen. Damit ich euch diese schmerzliche Freude nicht nehme, werde ich es euch nicht hier abtippen. Im Kontext gelesen schnürt es einem alles zu und öffnet doch das Herz.
Es führt zu einem größten Tatendrang!
Die Wirkung, die das Buch auf mich hatte, hab ich schon kurz erwähnt. In der hoffnungsvollen Annahme, dass auch ihr alle dieses Buch bald lesen werdet und dann ein ebenso großes Bedürfnis verspürt, etwas zu tun, weil dieses Buch auch zwei Jahre nach seinem Erscheinen noch schmerzlich aktuell ist – Aleppo heißt jetzt nur Ghouta –, habe ich Jennifer Benkau um Tipps gebeten, wie ihr euren Tatendrang in sinnvolles Engagement umwandeln könnt.
Sie empfiehlt, sich in eurer Stadt nach Möglichkeiten zu erkundigen, sich zu engagieren. Es wird immer Bedarf sein – wenn nicht bei dem einen Träger, sicher beim Nächsten. Und dann sucht euch ein Engagement aus, für das ihr euch auch interessiert. Jennifer Benkau selbst hat Deutschunterricht gegeben, Toni betreut Kinder während Deutschkursen, aber das ist nicht für jeden etwas. Es sind auch Patenschaften denkbar, Hilfestellungen beim Ausfüllen von Formularen, Begleitungen bei Behördengängen, gemeinsame Freizeitgestaltungen. Oder auch nur das Übernehmen von Aufklärungsarbeit, erst an euch selbst und dann an eurem Umfeld.
Das Flüchtlingsthema ist noch nicht durch, nur weil es nicht mehr ständig in den Nachrichten ist. Ganz im Gegenteil. Wenn wir nicht mehr aktiv informiert werden, müssen wir das eben selbst übernehmen. Weil es das Menschsein ist, das uns verbindet, das uns einander verpflichtet, und nicht die willkürliche Zugehörigkeit zu dem Fleckchen Land, auf dem wir geboren wurden.
In diesem Sinne, lest dieses großartige Buch!
B E W E R T U N G

TIEFE: 5/5 Punkte
CHARAKTERE: 5/5 PunkteKONZEPTION: 5/5 PunkteGESAMT: 15/15 Punkten
Kaufempfehlung: Unbedingt – es ist großartig!
In aller Liebe, eure Kira

4 Comments Es war einmal Aleppo – Jennifer Benkau

  1. rheinsberg

    Danke, das bringt mich dazu, das Buch, dem ich eher skeptisch gegenüberstand, auf die Wunschliste zu setzen.

    Deine Beschreibung erinnert mich aber an ein anderes Buch – ich weiß nicht, ob es noch auf dem Markt ist: "Die Abschiebung" von Klaus-Peter Wolf, wurde Anfang der Achtziger mit Karin Baal fürs Fernsehen verfilmt (ja, so alt bin ich). Ist irgendwie immer noch aktuell und würde ich gerne noch empfehlen, gerade wegen der Wirkung näherer Bekanntschaft mit Flüchtlingen auf biedere Bürger.

  2. skepsiswerke

    Freut mich, dass ich den Blickwinkel ändern konnte!
    Das Buch, das du empfiehlst, guck ich mir auf jeden Fall an! Die Prämisse klingt ja super. (Auch wenn ich jetzt beschämt zu geben muss, dass Karin Baal für mich gar keine Orientierungsgröße abgibt – ja, so jung bin ich!)

    Einen schönen Start in die Woche, wünsche ich!

  3. Katie

    Großartiger Beitrag! Jetzt bekomme ich direkt Lust, das Buch noch mal zu lesen. Allein deine Worte haben so manche Szene zurück in meine Erinnerung gemacht und mir den Hals zugeschnürt. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, das ein oder andere Detail schon wieder vergessen zu haben. Das sollte ich ändern.

    Liebe Grüße 🙂

  4. kirailarya

    Vielen Dank, Katie!
    Freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat – und nur zu, lies das Buch nochmal. Lies es noch 100 Mal. Jedes Jahr einmal. Ich glaube nicht, dass man sich an dieser Story je überlesen kann. ♥

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