skepsiswerke

Ali / Alltag / Kira / Laura

Ein Jahr Skepsiswerke!

Am 13. August 2017 haben wir unseren ersten Beitrag auf Blogspot gepostet. Erinnert ihr euch? Wir hatten ein Standard-Theme, sah irgendwie cool aus und man, war das aufregend.
Erster Beitrag? Kam übrigens am Sonntag um 17 Uhr und war eine Rezension zu „Alles über Beziehungen – Doris Knecht“ von der lieben Laura.
Seitdem sind 58 Beiträge entstanden, abwechselnd und weniger abwechselnd geschrieben. Da war manchmal Ratlosigkeit und auch mal Knappheit, was die Zeit angeht, aber motiviert und engagiert wollten und sind wir geblieben, die bis dato ein bisschen Blog-Muffels waren.
Als Bloggerinnen haben wir über diese ereignisreiche Zeit hier ein paar Worte zu verlieren.

 

Ali: Skepsiswerke ist zu einem für mich sehr hoffnungsvollen Zeitpunkt entstanden. Wie bereit ich war, zu lernen! Und wie wenig ich eigentlich wusste und wieviel Strecke eigentlich noch vor mir liegt, habe ich da noch nicht gewusst. Es hat mir mit Sicherheit die Augen geöffnet und damit mehr denn je das Herz, das ich bis dato schon für so offenhielt; mich meine Privilegien gelehrt und mich so viel über mich selbst lernen lassen. Der Sonntag um 17 Uhr, jede Woche, ist etwas, das mich durch meine Depressionen begleitet(e) und das immer da war, immer etwas zum Festhalten, nicht immer gewollt, manchmal schon eine Last, aber schlussendlich, von da, wo ich stehe, etwas sehr Wertvolles, stets, zu jeder Zeit. Das liegt nicht zuletzt an den Menschen, die mit uns interagieren, die über unsere Beiträge sprechen, mit uns und mit anderen, die neue Blickwinkel mit dazu geben. Die aber auch außerhalb des Blogs Themen kritischer sehen als ich bisher und mich damit weiter sensibilisieren, weiter nachdenken lassen, dafür sorgen, dass ich mich mit mir selbst auseinandersetze. Das gilt beispielsweise für den für mich sehr wichtigen Beitrag zu redmylips, der so nicht zustande gekommen wäre, wäre nicht dahinter eine Twitter Community gewesen, die das Thema immer wieder aufgebracht und thematisiert hat.
Hier auch mal viel Liebe für meine Mitbloggerinnen, die ihre Sichten mitgebracht haben, mit denen man bei Skype-Konferenzen diskutiert hat, die den Blog durch ihre unglaublich klugen und durchdachten Beiträge ergänzen; es wäre nicht das gleiche ohne diese beiden, die mich jede Woche klüger machen, die mich jede Woche daran erinnern, wieso ich noch wachsen muss und dass es nicht unmöglich ist, wenn man nur den Mut hat, den Weg zu gehen und dabei auch mal in den grausamen Spiegel der Wahrheit zu sehen.
Ich bin gehypt für ein neues Jahr Skepsiswerke. Ich bin glücklich darüber, wie gut Skepsiswerke sich entwickelt hat und wie viel man noch lernen kann, ich bin dankbar für das Potenzial, das noch in allem liegt, was wir tun, denn dadurch wachsen wir. Ich wünsche mir eine politische Kategorie, weitere unbequeme Themen, das beides miteinander verbunden, wäre großartig. Und weiter auch an den Themen zu bleiben, die mir am Herzen liegen: Mental Health, Body Positivity und Gleichberechtigung. Und zu lernen; man, will ich noch viel lernen, in den folgenden Wochen und Monaten.

 

Kira:Was für ein Jahr das war. 20 Beiträge habe ich bisher für unseren Blog geschrieben und keinen davon wollte ich missen. Vom Scheitern habe ich geschrieben – in unseren Leben sowie in den Geschichten, die wir schreiben – und damit verbunden von Wachstum. Vom Kommunizieren und von dem Leben als politisches Wesen. Ich hab euch von meinen liebsten Büchern erzählt und von denen, die mich enttäuscht haben. Von denen, von denen ich mich verabschieden musste. Ich hab das ein oder andere Plädoyer gehalten – für das Überarbeiten, gegen den „leidenden Künstler“ und für Jugendbücher. Rückblickend ist das vielleicht mein liebster Beitrag und im Rahmen dieses Geburtstags möchte ich ihn euch gerne noch einmal ans Herz legen: JUGENDBÜCHER – VON GROSSER KRAFT & GROSSER VERANTWORTUNG.
Für mich persönlich war das zurückliegende Jahr kein großartiges, aber was großartig war – immer und immer wieder – , war dieser Blog. Er hat meinen Blick auf Dinge gelenkt, die wichtig sind. Mir. Und Laura. Und Ali. Und hoffentlich der Welt. Hoffentlich euch, wenigstens manchmal, wenigstens ein bisschen. Das war Anker und es war Leuchtturm und Kompass. Außerdem Zeitkapsel. Hier dokumentiere ich mich selbst. Meine Gedanken. Meine Schlüsse. Das ist viel wert. Es ist anders als ein Tagebuch, anders als das Fotoalbum, in dem Bilder von mir als Kind kleben, und doch auf eine Weise verwandt, die mich sentimental und nostalgisch stimmen kann. Es zeichnet mich auch als Teil einer Freundschaft mit diesen wunderbaren Frauen, die meine Ko-Blogger sind, die lebensprägend ist wie kaum eine andere Freundschaft.
Das und dieser Blog macht mich stolz. Stimmt mich hoffnungsvoll.
Denn es wird nicht das einzige Jahr SKEPSISWERKE sein. Es ist das erste, nicht das letzte. Das heißt, da kommt noch ganz viel. Da ist noch Raum, um zu erleben und zu berichten. Um zu hinterfragen und zu verstehen. Um zu lernen. Um zu wachsen. Ich hoffe, ihr begleitet uns. Denn ich weiß, dass ich tiefer schürfen will. Mehr Beiträge schreiben, die auch Recherche erfordern. Öfter Reihen zwischenschalten, die ganz akut auf unsere Welt eingehen. Mir den Umfang gönnen, den manche Themen brauchen, um zwar nicht verkopft zu werden, aber auch niemandem vorzuheucheln, die Zusammenhänge unserer Welt wären je weniger als komplex. Ich will mehr Gesellschaftskritik. Aber auch mehr Medienkritik. Ich will meine Verantwortung ernstnehmen und nicht ausschließlich, aber auch an dieser Stelle ausleben. Ich will das Gute feiern und das, was nicht genügt, benennen und weiter nach Wegen suchen, die uns bessere Ergebnisse bringen. Und, weil Skepsiswerke nie ein Alleingang war, wird das nächste Jahr vielleicht auch ein Jahr der Zusammenarbeiten? Wer weiß. Mich würde es freuen.
In diesem Sinne: das Allerbeste dir, Skepsiswerke. Danke, dass wir dich zu dem machen durften, was du geworden bist. Du machst mein Leben besser. ♥

 

Laura: Bevor wir Skepsiswerke gestartet haben, hab ich mir immer geschworen, einen Blog anzufangen und regelmäßig zu führen. Skepsiswerke mit Ali und Kira anzufangen war eine Entscheidung, die ich in diesem Sinne nicht bereuen kann. Mit jedem neuen Beitrag, den einer der beiden oder ich selber poste, lerne ich immer ein Stück weiter dazu, werde ein bisschen neuer, ein bisschen besser, ein bisschen klüger. Und nicht zu vergessen, unsere Kommentatoren, die immer wieder Dinge anbringen, an die ich selber gar nicht gedacht, und die mir nicht aufgefallen sind – Beispielsweise bei der Grafik zu unserer LGBTQ+-Session, in der ausgerechnet das Hinterteil des Tieres den Anteil von PoCs anzeigt und der obere Teil, der Kopf, den weißen Anteil der Bevölkerung. Skepsiswerke hat mich noch deutlich sensibilisierter gemacht, aber Kommentare wie diese zeigen mir, dass wir noch lange nicht am Ziel angekommen sind. Es gibt noch endlos viel zu lernen.

Ich hatte im vergangenen Jahr das Glück, über Themen schreiben zu dürfen, die mich seit langem beschäftigen: Umwelt und Plastik in den Meeren, Body-Positivity und welche Rolle der Körper in der Gesellschaft spielt, Prominente und deren kaum auffindbare Privatsphäre, die problematische Gay-Romance und Fetischisierung gleichgeschlechtlicher Beziehung.
Tatsächlich könnte ich nicht mal sagen, welcher Beitrag mir von allen auf unserem Blog am meisten bedeutet, denn alle haben auf ihre Art und Weise ihre eigene Daseinsberechtigung. Ich wollte nur noch einmal betonen, wie dankbar ich bin, mit so klugen, sensibilisierten Frauen wie Ali und Kira zusammenarbeiten zu dürfen, die oftmals Dinge sehen, die mir noch nicht bewusst geworden sind. Es ist ein Privileg, euch beide zu kennen und um nichts in der Welt würde ich das jemals hergeben wollen.♥

Auch in den kommenden Jahren wird noch viel von Skepsiswerke zu hören sein. Ich freue mich auf neue Themen, neue Leute, die uns ansprechen. Ich freue mich darauf, Themen anzusprechen, die ich vielleicht noch nicht vollends verstehe, um mit anderen darüber zu sprechen und mehr darüber zu lernen. Für das kommende Jahr würde ich mir wünschen, politischer zu werden, auch mit Skepsiswerke. Noch skeptischer, nicht nur, aber auch in diesem Bereich. Mehr über Umwelt zu schreiben und lauter dafür zu werden, dass endlich etwas dafür getan wird. Mehr die eigenen Denk- und Handlungsweisen zu hinterfragen. Auch selbstkritischer werden, noch mehr, als in diesem Jahr. Leute zu animieren, mitzuziehen, wenn es um soziale und politische Verantwortung geht, sich zusammenzuschließen und gemeinsam etwas zu tun. Das wär ein Traum. Und Skepsiswerke hat vieles davon zumindest zu einer Möglichkeit werden lassen.

In diesem Sinne: Ich bin endlos dankbar. Ich freue mich sehr. Es kommt mir vor, als gäbe  es Skepsiswerke schon viel länger als ein Jahr und ich liebe alles daran, weil wir trotz vielen guten Dingen, noch lange nicht am Ziel sind. Es wird immer ein neues Ziel geben und ich kann es kaum erwarten. Auf ein neues Jahr mit Skepsiswerke.♥

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